Kohleindustrie in Plessa Grube Agnes
Das beginnende Industriezeitalter für Plessa erfolgte zunächst mit einfachsten Mitteln. In einem Schacht hinter dem ehemaligen Werksgasthof wurde ab 1894 nach Kohle gegraben. Das bedeutete harte Arbeit, da der Abraum zunächst mit Hand beseitigt wurde. Diese Grube wurde Agnes genannt. Zunächst im Tiefbergbau und später im offenen Tagebau ist die Landschaft zwischen Plessa bis Grünewalde viele Jahrzehnte vom Bergbau geprägt.
Erst ab dem Jahr 1910 erfolgten Modernisierungen in den gegründeten Plessaer Braunkohlewerken, um insbesondere die hohen Kosten Abraumbewegungen in den Kohlegruben zu reduzieren. 100 Arbeiter und vier Dampflocks mit 61 Abraumwagen kamen abdann in Plessa zum Einsatz.
Eine große Besonderheit kam 1924 im Tagebau Agnes zum Einsatz: Die erste Abraumförderbrücke der Welt wurde in Plessa errichtet. Es ist die einzige Brücke mit einem eingehausten Förderband und einem mittig angeordnetem Heizhaus, das den reibungslosen Lauf des Bandes auch bei Frosttemperaturen gewährleisten konnte.
Die ausgedehnten Tonvorkommen wurden der Förderbrücke letzten Endes zum Verhängnis. Der Untergrund wurde zu instabil und die Standsicherheit war nicht mehr gewährleistet. Es bestand akute Gefahr für die Belegschaft.
1958 wurde der Tagebau Agnes in Plessa stillgelegt. Mit 90 kg Sprengstoff wurde 1960 die Förderbrücke gesprengt.
Grube Agnes Plessa
Der Berliner Kaufmann Fritz Feller ließ zwischen Dreska und Kraupa nach Braunkohle bohren und die Grube Alexander erschließen.
Er wurde allerdings über die Mächtigkeit des Kohleflözes betrogen. Durch Auffüllen der Bohrlöcher war eine gute Flözstärke vorgetäuscht worden. Der Minderertrag und stetige Einbrüche von Oberflächenwasser sorgten für eine baldige Schließung der Grube Alexander.
Fritz Feller kam mit dem Plessaer Häusler Mahlo in Kontakt und sie ließen Probebohrungen auf dem Land des Mahlo durchführen, die Erfolg versprachen. Am 1.Oktober 1894 wurde die erste Braunkohle im Tiefbau gefördert und die Grube Agnes eröffnet.
Seit Beginn bergmännischer Tätigkeit war es üblich die Gruben nach Flurnamen, anderen geografischen Orten oder den Namen der Ehefrauen oder Kinder des Bergwerksbesitzers zu benennen.
Für die Braunkohlegrube Plessa galt gleiches. Die Grube erhielt den Namen der Tochter von Fritz Feller. Und so ist auch anzunehmen, dass der Namensgeber für die Grube zwischen Dreska und Kraupa der Sohn Alexander des Fritz Feller war.
Am 1. Juli 1897 kam es zur Gründung und Eintragung der „Plessaer Braunkohlenwerke GmbH mit Sitz Berlin“. Die 15 Gründer kamen aus Berlin, Leipzig, Salzwedel, Halle, Bernsdorf, Schlesien, Prag und Glücksbrunn. Die Belegschaft zählte zu dieser Zeit 12 Mann.